Bundestagswahl 2017

Bundestagswahl 2017

  • Kanzleramtschef Peter Altmaier hat das Duell gegen Bundesjustizminister Heiko Maas um das Direktmandat im Wahlkreis Saarlouis gewonnen. Altmaier kam nach dem vorläufigen  Ergebnis auf 38,0 Prozent der Stimmen, Maas auf 32,1 Prozent, teilt die Landeswahlleiterin mit. Damit hat Altmaier das Direktmandat verteidigt, das er bereits 2009 und 2013 für die CDU gewonnen hatte. Es war das bundesweit einzige Duell zweier Bundesminister um ein Direktmandat für den Bundestag. 

    Sowohl Altmaier (59) als auch SPD-Landeschef Maas (51) kommen gebürtig aus dem Kreis - und fühlen sich dort zu Hause. Maas wird als Spitzenkandidat seiner Partei über die Landesliste erstmals in den Bundestag einziehen. 


    Foto: Kay Nietfeld, dpa
  • Derweil hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei der Bundestagswahl erneut ein Direktmandat verpasst. Wie schon 2013 und 2009 kommt die Spitzenkandidatin der niedersächsischen CDU im Wahlkreis Stadt Hannover II auf den zweiten Platz. Sie erreichte 28,9 Prozent der Erststimmen. Die frühere Generalsekretärin der SPD, Yasmin Fahimi, gewinnt mit 33,7 Prozent das Direktmandat. 2013 hatte von der Leyen mit 33,9 Prozent der Erststimmen im Duell mit Edelgard Bulmahn den kürzeren gezogen.

  • Linken-Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht verpasst ein Direktmandat im Bundestag erneut. In ihrem Düsseldorfer Wahlkreis (Düsseldorf II) erreicht die 48-Jährige 13,0 Prozent der Stimmen. Das ist ein besseres Ergebnis als bei der Wahl vor vier Jahren. Damals hatte Wagenknecht 9,1 Prozent der Stimmen erreicht. Da sie auf Platz eins der NRW-Landesliste der Linken steht, hat sie aber den Wiedereinzug in den Bundestag geschafft.


    Foto: Britta Pedersen, dpa
  • Desaster für die CDU in Villingen-Schwenningen: Nach 47 Prozent 2013 verbleiben jetzt noch 34 Prozent. Die Ergebnisse im Überblick gibt es hier.
  • Martin Schulz kündigte nach der Wahlniederlage der SPD eine stärkere Abgrenzung zur Union an - sein rabiater Auftritt in der "Berliner Runde" könnte ein erster Schritt in diese Richtung sein. Denn im Netz polarisiert Schulz' Verhalten stark: Spott und Kritik einerseits, Unterstützung und Lob andererseits. Sofort machen Vergleiche mit dem bisher letzten SPD-Kanzler die Runde - Gerhard Schröder, der 2005 entgegen der Hochrechnungen den Wahlsieg für sich beanspruchte.

    Besonders häufig: Der Vorwurf an Schulz, seine Offensive komme zu spät. "Den heutigen Herrn Schulz hätte ich mir die letzten Wochen gewünscht", kommentiert ein Twitter-Nutzer. Eine andere meint: "Schulz macht Wahlkampf so wie ich es mit dem Lernen mache. Immer zu spät anfangen." Einige sehen darin dennoch einen guten Schritt in die Opposition - "angenehm aggressiv", mit "klarer Kante". Andere kritisieren Schulz dagegen als schlechten Verlierer: "Der wird immer unsympathischer" ist mehrfach zu lesen.

  • CDU und SPD haben auch in Waldshut-Tiengen Verluste hinnehmen müssen. Besonders heftig hat es die Christdemokraten getroffen. Gegenüber 2013 sank ihr Stimmenanteil um 10,8 Prozentpunkte von 49 auf 38,2 Prozent. Alle Ergebnisse aus allen Wahllokalen hier in unserem Wahlportal.
  • FDP-Chef Christian Lindner erzielt bei der Bundestagswahl in seinem Wahlkreis ein noch besseres Ergebnis als seine Partei im Bund und im Land NRW. Im Rheinisch-Bergischer-Kreis kommt Lindner als Direktkandidat auf 15,7 Prozent der Erststimmen. Bundesweit erreicht die FDP 10,6 Prozent, in NRW 13,1 Prozent. Den Wahlkreis gewonnen hat der CDU-Kandidat Hermann-Josef Tebroke mit 40,0 Prozent. Er wird damit Nachfolger des CDU-Innenpolitikers Wolfgang Bosbach, der nicht wieder kandidiert hatte. Lindner zieht als Nummer eins der NRW-Landesliste seiner Partei aber sicher in den Bundestag ein. 


    Foto: Klaus-Dietmar Gabbert, dpa
  • Bundesentwicklungsminister Gerd Müller gewinnt im Oberallgäu trotz starker Verluste erneut mit absoluter Mehrheit das Bundestags-Direktmandat. Der 62-Jährige kommt auf 50,4 Prozent der Erststimmen, etwas mehr als 10 Prozentpunkte weniger als vor vier Jahren. Ähnlich hoch sind die Verluste der CSU insgesamt. Müller äußert sich kritisch über das Gesamtergebnis der Christsozialen. "Das ist eine saubere Klatsche", sagt er dem Bayerischen Rundfunk in Kempten. 

  • Bundesumweltministerin Barbara Hendricks unterliegt im Wahlkreis Kleve erneut dem CDU-Bewerber. Die Sozialdemokratin kommt auf 30,6 Prozent der Erststimmen. Der CDU-Kandidat Stefan Rouenhoff kam auf 45,0 Prozent. Die 65-Jährige zieht über den als sicher geltenden Platz zwei der SPD-Landesliste aber sehr wahrscheinlich erneut in den Bundestag ein, dem sie seit 1994 angehört.

  •  AfD-Chefin Frauke Petry erobert im Wahlkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ein Direktmandat für ihre Partei im Bundestag. Die Landes- und Bundesvorsitzende setzt sich klar mit 37,4 Prozent der Erststimmen gegen den langjährigen CDU-Abgeordneten Klaus Brähmig (28,8) durch, wie die Landeswahlleitung in Kamenz mitteilt. Auch bei den Zweitstimmen lag die AfD in dem Wahlkreis mit 35,5 Prozent fast zehn Prozentpunkte vor der Union.


    Foto: Bernd von Jutrczenka, dpa
  •  Zum achten Mal in Folge zieht Bundeskanzlerin Angela Merkel als Direktkandidatin in den Bundestag ein, hat in ihrem Wahlkreis in Vorpommern aber erheblich an Zustimmung eingebüßt. Nur noch 44,0 Prozent der Wähler gaben der CDU-Bundesvorsitzenden ihre Erststimme. Bei der Wahl 2013 waren es noch 56,2 Prozent gewesen. Trotz der Verluste erzielte Merkel bei der Wahl in diesem Jahr das beste Erststimmenergebnis aller Direktkandidaten in Mecklenburg-Vorpommern. Im Wahlkreis 15 kam AfD-Kandidat Leif-Erik Holm mit 19,3 Prozent deutlich hinter Merkel auf Rang zwei.  


    Foto: Michael Kappeler, dpa
  • Schwedens Regierungschef Stefan Lofven hat Angela Merkel telefonisch zum Wahlerfolg gratuliert. Das teilt Lofven auf Twitter mit. "Freue mich darauf, unsere enge Zusammenarbeit fortzusetzen", schreibt der Vorsitzende der schwedischen Sozialdemokraten. "Wir müssen für ein starkes und demokratisches Europa zusammenarbeiten", fügt er in einer später veröffentlichten Erklärung hinzu.



  • Auch EU-Ratspräsident Donald Tusk hat Merkel telefonisch zum Sieg bei der Bundestagswahl gratuliert. Das sagt ein Sprecher Tusks der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Die offizielle Gratulation soll folgen, sobald Merkel formal im Amt bestätigt ist. Nähere Angaben zu Details des Gesprächs machte der Sprecher nicht.

  • Als einer der ersten direkten Nachbarn Deutschlands gratuliert der dänische Regierungschef Lars Løkke Rasmussen seiner Kollegin Angela Merkel zum Wahlerfolg. "Glückwunsch Kanzlerin Merkel. Wir brauchen Stabilität in Europa. Freue mich auf Zusammenarbeit", twittert Rasmussen auf Deutsch. Der Erfolg Merkels sei "auch gut für Dänemark", fügt er auf seinem Facebook-Eintrag hinzu. Die Stimmengewinne der AfD und die Verluste der großen Koalition müssten als "Warnung an die Politiker gesehen werden, die den Sorgen der Wählerschaft nicht genügend zugehört haben".



  • Außenminister Sigmar Gabriel gewinnt seinen niedersächsischen Wahlkreis bei der Bundestagswahl erneut. Der frühere Ministerpräsident und ehemalige SPD-Chef sichert sich in Salzgitter/Wolfenbüttel zum vierten Mal das Direktmandat. Gabriel holt 42,8 Prozent der Erststimmen, sein Herausforderer Uwe Lagosky von der CDU kam auf 29,1 Prozent. 


    Foto: Kay Nietfeld, dpa
  • Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt muss bei der Bundestagswahl kräftig Federn lassen. Das bisherige Kabinettsmitglied konnte zwar erneut seinen Wahlkreis Fürth erfolgreich verteidigen, büßt aber bei den Erststimmen 9,3 Prozentpunkte ein und landet bei 39,9 Prozent. Dabei rutscht der Christsoziale selbst unter sein schwaches Ergebnis von 2009. Dennoch liegt der Politiker damit immer noch leicht über dem Landesdurchschnitt seiner Partei, die rund 10 Prozentpunkte verliert. 

  • Glückwünsche aus Tel Aviv: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gratuliert Angela Merkel zum Wahlergebnis. "Glückwünsche für Angela Merkel, eine wahre Freundin Israels, zu ihrer Wiederwahl als Kanzlerin von Deutschland", schreibt Netanjahu in der Nacht auf Twitter.



  • Die italienische ausländerfeindliche Partei Lega Nord sieht sich nach dem Wahlerfolg der AfD in Deutschland in ihrem Kurs bestätigt. "Der Wunsch nach Wandel wächst, nun sind wir dran", schreibt Parteichef Matteo Salvini auf Twitter. Die Lega Nord erhofft sich bei den nächsten Parlamentswahlen in Italien, die bis spätestens bis Frühjahr 2018 stattfinden müssen, große Erfolge.  

    Anders interpretiert der italienische Außenminister den Ausgang der Bundestagswahl. "Glückwunsch an Angela Merkel. Deutschland hat wieder einmal die Volksparteien gewählt und nicht die Populisten. Der gesunde Menschenverstand gewinnt", schreibt Angelino Alfano auf Twitter. 





  • Derweil sind in der Hauptstadt 75 Prozent der Stimmen bei der Volksabstimmung über den innerstädtischen Flughafen ausgezählt. Dabei zeichnet sich eine Mehrheit für einen Weiterbetrieb des Flughafens Tegel ab. Kurz vor Mitternacht lagen die Ergebnisse aus 1831 von 2439 Wahlbezirken (75 Prozent) vor. 55,6 Prozent der Wähler votierten für eine Zukunft des Flughafens, wie die Landeswahlleiterin auf ihrer Internetseite mitteilt. 42,3 Prozent fordern eine Schließung Tegels nach der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in den kommenden Jahren. Das endgültige Ergebnis sollte in der Nacht vorliegen. 

  •  Am Rande einer AfD-Party zum Einzug in den Bundestag ist es in Berlin-Mitte zu einem Zwischenfall mit einem Taxi gekommen. Polizisten seien vor Ort, um die Situation zu klären, sagt ein Sprecher der Berliner Polizei. Es soll ein Auto beschädigt worden sein. Es gebe die Aussage, dass Demonstranten ein Taxi bei der Wegfahrt behindert hätten. Von einem Fotograf heißt es bei Twitter, das Taxi sei auf die Demonstranten zugefahren. Es sei eine Person leicht verletzt. Dies war der Polizei zunächst nicht bekannt. 

  • Die CDU verliert in ihrem zuletzt bundesweit stärksten Wahlkreis zehn Prozentpunkte. Zwar holt die CDU im Wahlkreis Cloppenburg-Vechta mit 53,1 Prozent erneut deutlich mehr Zweitstimmen als die anderen Parteien - vor vier Jahren hatte sie dort aber noch 63,2 Prozent bekommen. Der Wahlkreis Cloppenburg-Vechta war damit bundesweit der Wahlkreis mit dem höchsten CDU-Zweitstimmenanteil. Die SPD kam dort am Sonntag auf 17,8 Prozent.

  • Die CSU ist unter Parteichef Horst Seehofer auf ihr schlechtestes Bundestagswahlergebnis seit 1949 abgestürzt. Nach Auszählung aller 46 Wahlkreise in Bayern erreichte die CSU nur noch 38,8 Prozent. Das bedeutet ein dramatisches Minus von mehr als zehn Prozentpunkten im Vergleich zur Bundestagswahl 2013 (49,3 Prozent). Die CSU gewann aber alle 46 Direktmandate. Die SPD fuhr im Freistaat ihr schlechtestes Bundestagswahlergebnis überhaupt ein. Die AfD eroberte den dritten Platz. Auch FDP, Grüne und Linke legten zu.

    Seehofer gab sich am Abend kämpferisch; er will seine Partei wie angekündigt in die Landtagswahl 2018 führen. "Ich bin dazu bereit", sagte er. 


    Foto: Peter Kneffel, dpa
  • Grünen-Bundeschef Cem Özdemir verfehlt das Direktmandat im Wahlkreis Stuttgart I knapp. Özdemir kommt auf 29,7 Prozent der Erststimmen, vor vier Jahren waren es 27,5 Prozent, wie die Stadt mitteilt. Das Direktmandat geht erneut an den CDU-Bundestagsabgeordneten Stefan Kaufmann - obwohl er deutlich an Zustimmung verlor: Kaufmann erzielt 32,0 Prozent der Erststimmen, rund zehn Prozentpunkte weniger als vor vier Jahren. 

    Keine Chancen hingegen hatte Özdemirs Parteifreundin Katrin Göring-Eckardt in ihrem Thüringer Wahlkreis. Die 51-Jährige landete im umkämpften Wahlkreis 193 (Erfurt/Weimar/Weimarer Land II) mit 7,1 Prozent der Erststimmen nur auf Platz fünf der Kandidaten, wie aus Zahlen des Landeswahlleiters hervorgeht. 

  • Die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel erzielt in ihrem Wahlkreis am Bodensee 10,4 Prozent der Erststimmen. Das ist etwa der gleiche Wert, den die AfD auch an Zweitstimmen bekam. Das Direktmandat am Bodensee ging zum dritten Mal in Folge an den CDU-Bundestagsabgeordneten Lothar Riebsamen, der auf 41,1 Prozent der Erststimmen kam. Weidel wird aber als Spitzenkandidatin im Land und im Bund trotzdem im Bundestag Mitglied werden.

  • Nach der Wahl ist vor der Wahl: SPD-Helfer bringen die neuen Plakate zur Landtagswahl mit dem Konterfei von Ministerpräsident Stephan Weil in Hannover an. Niedersachsen wählt am 15. Oktober einen neuen Landtag.


    Foto: Swen Pförtner, dpa
  • Trotz des Erfolgs der AfD bei der Bundestagswahl verliert deren Spitzenkandidat Alexander Gauland den Kampf um das Direktmandat im Brandenburger Wahlkreis 63 (Frankfurt (Oder) - Oder-Spree). Der 76-Jährige lag mit 21,9 Prozent der Erststimmen klar hinter dem CDU-Bewerber Martin Patzelt, der mit 27,1 Prozent das Direktmandat errang, wie der Landeswahlleiter am Sonntag nach Auszählung aller Wahlbezirke mitteilte. Der 70 Jahre alte Patzelt war im Sommer 2015 bundesweit bekannt geworden, nachdem er zwei junge Flüchtlinge aus Eritrea bei sich zu Hause aufgenommen hatte.

  • CDU-Generalsekretär Peter Tauber zieht wieder direkt für seinen Wahlkreis Main-Kinzig-Wetterau II-Schotten in den Bundestag ein. Er erreichte 36,4 Prozent der Erststimmen, vor vier Jahren waren es noch 48,8 Prozent gewesen, wie der Landeswahlleiter mitteilte. Zu seinen Kontrahenten zählte die hessische AfD-Spitzenkandidatin Mariana Harder-Kühnel. Sie erreichte 14,8 Prozent der Erststimmen.

  • Erstmals seit fast einem halben Jahrhundert hat die SPD den Wahlkreis Lübeck verloren. Die CDU-Kandidatin Claudia Schmidtke setzte sich überraschend mit 35,3 Prozent der Erststimmen durch. Gabriele Hiller-Ohm, seit 2002 direkt gewählte SPD-Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Lübeck, scheiterte mit 33,8 Prozent. 

  • Die AfD hat die Bundestagswahl in Sachsen gewonnen. Wie die Landeswahlleitung in der Nacht in Kamenz mitteilte, wurde die rechtspopulistische Partei mit 27,0 Prozent der Stimmen und einem Vorsprung von 0,1 Prozentpunkten vor der CDU hauchdünn stärkste Kraft in dem Bundesland.

  • Der frühere Linke-Fraktionsvorsitzende Gregor Gysi hat erneut seinen Berliner Wahlkreis Treptow-Köpenick direkt gewonnen. Er erhielt 39,9 Prozent der Stimmen, wie die Landeswahlleiterin mitteilte. Der CDU-Kandidat Niels Korte kam auf 19,0 Prozent. Gysi hatte den Wahlkreis bereits 2005, 2009 und 2013 direkt geholt. 

    Zum fünften Mal in Folge hat Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke) ihr Direktmandat in Berlin gewonnen. Sie holte 34,2 Prozent der Erststimmen des Wahlkreises Marzahn-Hellersdorf im Osten Berlins.

  • Und hier das vorläufige amtliche Endergebnis: Die CDU/CSU geht trotz massiver Verluste als stärkste Kraft aus der Bundestagswahl hervor- sie kommt auf 33,0 Prozent und verliert damit 8,5 Punkte im Vergleich zu 2013. Die SPD fährt mit 20,5 Prozent (minus 5,2 Punkte) ihr historisch schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl ein. Die AfD wird mit 12,6 Prozent drittstärkste Kraft. Der FDP gelingt mit 10,7 Prozent der Rückkehr in den Bundestag, aus dem sie 2013 geflogen war. Die Linke holt 9,2 Prozent, die Grünen erreichen 8,9 Prozent.

    Mit 709 Abgeordneten ist der Bundestag in der neuen Wahlperiode so groß wie nie zuvor. Die Sitzverteilung sieht nach Angaben des Bundeswahlleiters so aus: CDU/CSU: 246 Mandate, SPD: 153, AfD: 94, FDP: 80, Linke: 69, Grüne: 67.  

  • CSU-Spitzenkandidat Joachim Herrmann kommt nicht in den nächsten Bundestag. Der bayerische Innenminister stand zwar auf Platz eins der CSU-Liste, trat jedoch nicht als Direktkandidat an. Er wurde gewissermaßen zu einem Opfer des CSU-Erfolgs, den die Christsozialen trotz ihres Absturzes bei der Wahl doch noch feiern konnten: Sie holten in allen 46 Wahlkreisen in Bayern jeweils das Direktmandat.

    Nach Angaben des Bundeswahlleiters bleibt es aber bei diesen 46 Mandaten. Die Liste zog also nicht mehr - und damit ging Herrmann leer aus. Herrmann strebt in der neuen Bundesregierung das Amt des Bundesinnenministers an, das derzeit in der Hand von Thomas de Maizière ist. 


    Foto: Peter Kneffel, dpa
  • Die Türkische Gemeinde in Deutschland zeigt sich besorgt über das gute Ergebnis der AfD. Der AfD sei es "leider gelungen, trotz oder gerade wegen ihrer offen rassistischen Äußerungen" rund 13 Prozent der Stimmen zu bekommen, erklärt der Bundesvorsitzende der Gemeinde, Gökay Sofuoglu. Er fordert alle Demokraten auf, "sich jetzt endlich für eine aktive Gestaltung der Einwanderungsgesellschaft einzusetzen". Man müsse deutlich machen, dass eine vielfältige und offene Gesellschaft keine Belastung sei, sondern eine Chance.

  • Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm bezeichnet den Erfolg der AfD als "Weckruf für alle", "denen das friedliche und solidarische Miteinander in einem weltoffenen Deutschland am Herzen liegt". Alle müssten jetzt zusammen helfen, "dass ausgrenzende und hasserfüllte Stimmen nicht das Leben in unserem Land vergiften".

  • Die Grünen geben dem Wahlkampf von CSU und FDP eine Mitschuld am Erstarken der AfD. Die beiden seien der AfD "zum Teil hinterhergelaufen", sagt der Politische Grünen-Geschäftsführer Michael Kellner. "Das macht die Partei nicht schwächer, sondern stärker." Vor allem die CSU müsse sich entscheiden, ob sie der AfD nachlaufe oder hinein gehe in eine "Auseinandersetzung mit deren fremdenfeindlichen, rassistischen und rechtsextremen Politik".

  • Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow setzt darauf, dass es trotz der schwierigen Konstellation schnell zur Bildung einer neuen Regierung kommt. "Ich hoffe, dass es keine monatelange Hängepartie gibt. Das würde der AfD in die Hände spielen", erklärt der Linken-Politiker. Er könne sich eine Koalition aus drei Parteien auch im Bund vorstellen. "Ich bin immer ein Anhänger von Dreierkoalitionen gewesen. Wir müssen neu denken", meint er.

  • AfD-Parteisprecherin Frauke Petry äußert Kritik an den Äußerungen des Co-Vorsitzenden Alexander Gauland. "Das ist die Rhetorik, glaube ich, von der ich gesprochen habe, dass gerade der bürgerliche Wähler sie nicht als konstruktiv empfindet", so Petry im ZDF-"Morgenmagazin". Gauland hatte nach der Bekanntgabe der ersten Ergebnisse unter anderem gesagt: "Wir werden Frau Merkel oder wen auch immer jagen". 

    Die Partei müsse sich nun vor allem auf Inhalte konzentrieren, erwidert Petry. "Ich möchte, dass die Themen zukünftig dominieren und nicht die abseitigen Äußerungen, die wir in der Vergangenheit gehört haben." In Sachsen, wo die Partei stärkste Kraft geworden war und Petry eines von drei Direktmandaten der Partei geholt hat, fahre die AfD seit Jahren diesen Kurs. 

  • Die CSU wird nach Einschätzung von Politikwissenschaftler Jürgen Falter "einen deutlich härteren Kurs fahren als bisher, damit die AfD klein bleibt". "Sonst ist es aus mit der absoluten Mehrheit der CSU", so der Mainzer Uni-Professor im Gespräch mit dem "Münchner Merkur" und der "tz". Dass die CSU in ihrem eigenen Land so viel verloren hat, werde die Koalitionsverhandlungen noch schwieriger machen. Die Christsozialen waren um mehr als 10 Punkte auf 38,8 Prozent abgesackt.

  • In Berlin beraten die Spitzengremien der Parteien das Ergebnis der Bundestagswahl.

  • Die Mehrheit der Zweitstimmen in den Wahlkreisen (vorläufiges Endergebnis) auf einen Blick:

  • Weiterhin gut gelaunt zeigt sich die Grünen-Spitze mit Cem Özdemir und Katrin-Göring Eckhardt.  Der Bundesvorstand und der Parteirat beraten heute auch, wer für die Grünen sondieren wird.


    Foto: Theresa Dapp, dpa
  • UPDATE Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry will der Fraktion ihrer Partei im Bundestag nicht angehören. Das sagte sie auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit den Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland und verließ. Damit sind die innerparteilichen Konflikte in der AfD unmittelbar nach ihrem Wahlerfolg dramatisch eskaliert

    Der Co-Vorsitzende Jörg Meuthen hatte Petry zuvor heftig attackiert. Dass sie sich zuletzt in öffentlichen Äußerungen wiederholt von den beiden Spitzenkandidaten distanziert habe, sei "wenig hilfreich" gewesen und "nicht hinnehmbar", sagte er. 


    Foto: Julian Stratenschulte, dpa
  • Mit diesem Abgang haben die wenigsten gerechnet. Nachdem die AfD-Vorsitzende Frauke Petry ihren Rückzug aus der Fraktion der Partei erklärte, verließ sie die gemeinsame Pressekonferenz. Vor ihrem Abgang, erhob Petry für die AfD den Anspruch, sich auf eine Regierungsübernahme 2021 vorzubereiten.  


    Foto: Bernd Von Jutrczenka, dpa 
  • AfD-Co-Parteichef Jörg Meuthen entschuldigt sich für das Verhalten Petrys. "Das ist auch mit uns nicht abgesprochen gewesen", sagt er. Der Vorgang zeige, dass die AfD auch "ein gäriger Haufen" sei.

  • Wir sind halt ein gäriger Haufen und jetzt ist  jemand obergärig geworden.

    AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland zur Ankündigung von Parteichefin Frauke Petry.
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