News-Blog: Razzien in Deutschland gegen mutmaßliche IS-Attentäter

News-Blog: Razzien in Deutschland gegen mutmaßliche IS-Attentäter

Bei Razzien in mehreren Bundesländern hat die Polizei mehrere Islamisten festgenommen, die ein Attentat in Deutschland oder im europäischen Ausland geplant haben sollen. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen wurde ein Algerier im nordrhein-westfälischen Attendorn festgenommen. Ein zweiter Algerier wurde in Berlin festgesetzt.

  • Das Bundesinnenministerium befürchtet einem Medienbericht zufolge Anschläge in Deutschland nach dem Muster der Pariser Terrorserie vom November. «Deutschland ist erklärtes und tatsächliches Ziel dschihadistisch motivierter Gewalt», zitiert die «Bild»-Zeitung aus einem vertraulichen Bericht des Ministeriums zur Sicherheitslage. Als das wahrscheinlichste Szenario gelten demnach «multiple, teilweise über mehrere Tage zeitversetzte, Anschläge gegen verschiedene Zielkategorien» mithilfe von Schusswaffen, unkonventionellen Sprengsätzen und Brandbomben. Als mögliche Täter sieht das BMI laut Bericht «Einzeltäter oder autonom agierende Gruppen», wobei die größte Gefahr von aus Syrien zurückgekehrten Kämpfern ausgehe. 

    Polizisten in München vor dem Hauptbahnhof: In der Silvesternacht gab es einen Terroralarm in der bayerischen Landeshauptstadt. Foto: Sven Hoppe, dpa/Archi
  • Der CDU-Innenexperte Clemens Binninger fordert bei der Terrorbekämpfung eine bessere und schnellere Zusammenarbeit in Europa. «Vieles liegt da im Argen. Wir haben da eine Bedrohung, wie wir sie noch nie hatten», erklärt er im ARD-«Morgenmagazin». Staaten müssten auch bereit sein, operative Kompetenzen an Europa abzugeben. Außerdem müssten sie ihre Informationen über Terrorverdächtige auch in die entsprechenden Datenbanken einspeisen. «Mein Eindruck ist, dass viele Nationalstaaten noch auf ihren Daten sitzen», kritisiert Binninger.
  • Die türkische Polizei hat nach dem Selbstmordanschlag auf eine deutsche Reisegruppe in Istanbul zwei weitere Verdächtige festgenommen. Damit steige die Gesamtzahl der Festnahmen auf sieben, teilt Innenminister Efkan Ala. Die türkische Regierung macht die IS-Terrormiliz für die Tat verantwortlich, die sich bislang aber nicht dazu bekannt hat.
  • Die IS-Terrormilz hat sich zu dem Anschlag in der indonesischen Hauptstadt Jakarta bekannt. Kämpfer des IS hätten ausländische Bürger und Sicherheitskräfte angegriffen, meldet die als Sprachrohr der Extremisten geltenden Nachrichtenagentur Al-Amak im Internet. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Bei dem Anschlag mit mehreren Explosionen und Schusswechseln kamen nach Angaben der Stadtverwaltung mindestens sieben Menschen ums Leben, darunter vier Attentäter. Mindestens ein Deutscher wurde verletzt. 

    Ein verletzter Polizeibeamte wird weggetragen. Foto: Alfian, epa/dpa 
  • Karte von Jakarta mit Lokalisierung des Anschlags:

    Grafik: D. Dytert
  • Ein niederländischer UN-Mitarbeiter ist bei dem Anschlag in Jakarta schwer verletzt worden. Das bestätigt ein Sprecher des Außenministeriums in Den Haag. Der niederländische Radiosender NOS hatte zunächst berichtet, dass der Mann getötet worden sei. Das Außenministerium rief Niederländer in Jakarta auf, ihre Wohnungen nicht zu verlassen. 
  • Eine schwer bewaffnete Anti-Terror-Polizei hat ihren Einsatz in Jakarta beendet. Das teilt die Polizei nach stundenlanger Krisenlage mit. Gerüchte, dass sich Attentäter in Gebäuden verschanzten und womöglich Geiseln festhielten, bestätigen sich nicht. Die Polizei spricht von vier Attentätern, der Minister für Sicherheitsfragen von fünf. Die Attentäter hatten am frühen Morgen mitten im Zentrum der Millionenstadt mehrere Detonationen ausgelöst. Sie lieferten sich anschließend mit der Polizei eine Schießerei.


  • Der Anschlag in der indonesischen Hauptstadt Jakarta geht nach Angaben der Polizei auf das Konto von Sympathisanten der IS-Terrormiliz. «Dieses Netzwerk hat Verbindungen zum IS», sagt der Polizeichef der Millionenmetropole, Tito Karnavian. «Der IS hat Zellen in Südostasien, auch in Indonesien.»
  • Die Zahl der islamistischen «Gefährder» in Deutschland ist weiter gestiegen. Inzwischen stufen die Sicherheitsbehörden 446 Personen aus der Islamisten-Szene so ein, wie eine Sprecherin des Bundeskriminalamts auf dpa-Anfrage erklärt. Das heißt, diesen Personen trauen Polizei und Geheimdienste potenziell zu, dass sie einen Terrorakt begehen könnten. Die Zahl ist so hoch wie nie zuvor. Zum Teil sind auch Rückkehrer aus Kampfgebieten in Syrien und im Irak darunter. Mehr als 780 deutsche Islamisten sind bislang dorthin ausgereist - ein Drittel von ihnen ist inzwischen wieder in Deutschland.
  • Nach dem tödlichen Selbstmordanschlag auf eine deutsche Reisegruppe in Istanbul will die Türkei die Sicherheitsmaßnahmen erhöhen. Das sei auf einem Sondertreffen von Regierungschef Ahmet Davutoglu mit Verantwortlichen entschieden worden, berichtet die Nachrichtenagentur DHA. Konkret werde auf belebten Plätzen die Polizeipräsenz erhöht. Es solle zudem Überwachungstechnik eingesetzt werden. An dem Treffen hätten unter anderem Innenminister Efkan Ala, der Istanbuler Gouverneur Vasip Sahin und Mitglieder des Geheimdienstes teilgenommen.
  • Die türkische Armee greift nach Regierungsangaben Stellungen der IS-Terrormiliz in den Nachbarländern Irak und Syrien an. Dabei seien 200 IS-Anhänger getötet worden, sagt der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu. Die Artillerie-Angriffe seien in den letzten 48 Stunden erfolgt. Bestätigungen aus Syrien und dem Irak gab es zunächst nicht. 


  • Französische Ermittler haben den Terroristen identifiziert, der sich wenige Tage nach den Pariser Anschlägen in einer Wohnung in Saint-Denis in die Luft gesprengt hatte. Es handele es sich um den 24-jährigen Chakib Akrouh, teilt die Pariser Staatsanwaltschaft mit. Er sei in Belgien geboren und habe die belgische und die marokkanische Staatsbürgerschaft. Seine Identität wurde anhand des Vergleichs von am Tatort gefundenen DNA-Spuren mit dem genetischen Profil von Akrouhs Mutter ermittelt. 
  • Grafik: R. Mühlenbruch/A. Brühl/S. Stein/K. Dengl, dpa-infografik 
  • Russland und Syrien haben erstmals einen gemeinsamen Kampfeinsatz gegen den IS geflogen. Ein Angriff russischer Jets vom Typ Suchoi Su-25 sei von MiG-29-Jägern der syrischen Luftwaffe unterstützt worden, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Demnach wurden die beiden russischen Bomber während des Einsatzes am Donnerstag von zwei syrischen Kampfjets abgesichert. Zuvor hatten syrische Piloten die russische Basis Hamaimim besucht, um den Einsatz zu koordinieren.
  • Die Zahl der Islamisten, die aus Deutschland nach Syrien oder in den Irak ausreisen und sich der Terrormiliz IS anschließen, nimmt nach Erkenntnissen des Bundeskriminalamts (BKA) ab. «Die Ausreisewelle wird flacher», sagt BKA-Chef Holger Münch im ARD-«Morgenmagazin». Die Sicherheitsbehörden wüssten von mehr als 780 radikalen Islamisten, die bislang aus Deutschland in die Region ausgereist sind. Nicht alle hätten das Ziel, an Kampfhandlungen teilzunehmen. Ein Drittel davon sei wieder zurück. «Wir müssen ganz genau hinschauen, wer davon ist desillusioniert, vielleicht einer, der nicht mehr ein Problem darstellt? Und wer ist ein Problem?», sagt Münch.
  • Deutschland sollte nach Ansicht des türkischen Vize-Regierungschefs Mehmet Simsek sein militärisches Engagement in Syrien verstärken. «Wir können den Terror nur gemeinsam besiegen», sagte er der «Welt» mit Blick auf den Kampf gegen den IS. Doch auch in anderen Bereichen müsse mehr getan werden. «Wenn Deutschland und andere den Flüchtlingsstrom beenden wollen, müssen sie den Einsatz von Fassbomben durch die syrischen Streitkräfte beenden und die russischen Bombardements gegen die syrische Opposition», sagt Simsek und warnte vor einem noch größeren Flüchtlingsstrom aus dem Bürgerkriegsland. «Wenn morgen die Großstadt Aleppo fällt, dann bedeutet das wieder Millionen Flüchtlinge.»
  • Einen Tag nach dem Vormarsch der IS-Terrormiliz östlich der Stadt Tikrit haben irakische Regierungskräfte nach eigenen Angaben das verlorene Gebiet zurückgewonnen. Armee und Verbündete hätten die Region um den Ort Tall Kasiba wieder unter Kontrolle gebracht, erklärte ein hoher Polizeioffizier. Dort liegt unter anderem eine Verbindungsstraße zwischen den beiden wichtigen Städten Tikrit und Kirkuk.

    Die Sunnitenmiliz Islamischer Staat war zuvor bei einer lange vorbereiteten Großoffensive aus mehreren Richtungen auf Tikrit vorgerückt. Armee und schiitische Milizen hatten die Stadt rund 170 Kilometer nördlich von Bagdad im März vom IS zurückerobert. Es war eine der schwersten Niederlagen für die Extremisten im Irak, die noch immer große Teile des Landes beherrschen.


    Irakische Streitkräfte haben nach eigenen Angaben das Gebiet östlich der Stadt Tikrit wieder unter Kontrolle gebracht. Foto: Stringer, dpa/Archiv/Symbolbild


  • Der Islamist, der sich nach den Pariser Anschlägen in einer Wohnung in Saint-Denis in die Luft gesprengt hatte, wurde in Belgien per Haftbefehl gesucht. Chakib Akrouh sei im Juli 2015 wegen der Beteiligung an Aktivitäten einer Terrorgruppe in Abwesenheit zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, teilt die Staatsanwaltschaft mit.

    Der 25-Jährige sei im Januar 2013 über die Türkei nach Syrien gereist und habe sich dort der Terrormiliz Islamischer Staat angeschlossen. Französische Ermittler gehen davon aus, dass Akrouh an den Anschlägen vom 13. November beteiligt war.
  • Bei dem Anschlag auf ein Restaurant und Hotel in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou wollen die mutmaßlichen Täter mehr als zwei Dutzend Menschen getötet haben. Die Terrorgruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQIM) schrieb nach Angaben der US-Organisation Site, die Dschihadisten-Propaganda analysiert, von 30 getöteten «Kreuzzüglern». Ein Krankenhausmitarbeiter hatte gesagt, es seien rund 20 Menschen bei der Attacke in dem westafrikanischen Land getötet worden.

    Die Täter hatten am Freitagabend zunächst in einem Restaurant das Feuer eröffnet und danach Geiseln in einem nahegelegenen Hotel genommen. Wieviele Menschen die Attentäter in ihre Gewalt bringen konnten, war auch Stunden nach Beginn des Angriffs im Geschäftszentrum von Ouagadougou unklar. Am Morgen kursierten in der Stadt Informationen, dass zahlreichen Geiseln die Flucht aus dem bei Ausländern beliebten Hotel geglückt sei. Laut Frankreichs Botschafter in Burkina Faso, Gilles Thibault, begannen Sicherheitskräfte noch in der Nacht mit einer Stürmung.

    Nach dem Angriff sichern Soldaten eine Straße in  in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou. Foto: Stringer/epa
  • Der Sender CNN hat ein Video veröffentlicht, das einen Angriff auf ein Geldlager des IS im irakischen Mossul zeigen soll. Das amerikanische Verteidigungsministerium hatte zuvor von einem solchen Angriff berichtet. Wie viel Geld sich genau in dem Lager befand, verriet das Pentagon aber nicht. In der tonlosen Videosequenz ist die Bombardierung eines Gebäudes zu sehen, nach der eine Wolke kleiner Fetzen durch die Luft gewirbelt wird, bei denen es sich um Geldscheinreste handeln könnte. «Es war ein guter Angriff. Wir schätzen, dass er ISIL um Millionen von Dollar beraubt hat», hatte General Lloyd Austin bei einem Treffen mit Verteidigungsminister Ashton Carter gesagt. ISIL ist eine andere Bezeichnung für die Terrormiliz.
  • Die Sicherheitskräfte in Burkina Faso haben das von mutmaßlichen islamistischen Terroristen in ihre Gewalt gebrachte Luxushotel gestürmt und 126 Geiseln befreit. Drei Angreifer seien tot und 33 der Geiseln verletzt, teilt Innenminister Simon Compaoré mit. 
  • Etwa 800 Briten sind in den vergangenen Jahren nach Syrien gereist, um sich dort dem IS und anderen Dschihadisten anzuschließen. Etwa die Hälfte sei seit 2012 nach Großbritannien zurückgekehrt, sagt Außenminister Philip Hammond. Zugleich seien im gleichen Zeitraum etwa 600 Briten beim Versuch nach Syrien zu reisen gefasst worden, sagt Hammond nach Angaben der Nachrichtenagentur Press Association bei einem Besuch in der Türkei. Westliche Geheimdienste befürchten, dass zurückkehrende Dschihadisten Anschläge in ihren Heimatländern begehen könnten.
  • Bei dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag auf ein Restaurant und ein Luxushotel in Burkina Faso sind nach Angaben des französischen Botschafters 27 Menschen ums Leben gekommen. Drei Angreifer seien getötet worden, erklärt Gilles Thibault über seinen Twitter-Account. Rund 150 Überlebende aus 18 verschiedenen Ländern würden derzeit von den Behörden in der Hauptstadt Ouagadougou betreut, erklärt er weiter. Es sei bislang nicht klar, aus welchen Ländern die Opfer stammten. An der Erstürmung des «Hotel Splendid» und der Befreiung der dortigen Geiseln hatten sich am Morgen auch französische Truppen beteiligt.

    Durch Autobomben zerstörte Autos vor dem bei Diplomaten beliebten «Hotel Splendid». Foto: Wouter Elsen 
  • In Burkina Faso haben mutmaßliche islamistische Extremisten ein westliches Ehepaar entführt. Sie hätten den Arzt und seine Frau in den frühen Morgenstunden bei Djibo nahe der malischen Grenze in ihre Gewalt gebracht, erklärt ein ranghoher Beamter des Innenministeriums.

    Örtliche Medien berichteten, das Paar betreibe seit langem eine Klinik in der Region. Es war zunächst nicht klar, ob die Entführung mit dem Anschlag vom Freitagabend in der burkinischen Hauptstadt Ouagadougou in Verbindung stand. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die nördlichen Region Burkinas.
  • Die allgemeine Terrorgefahr in Deutschland wird nach Einschätzung des Bundeskriminalamts (BKA) lange andauern. «Die Sicherheitslage ist aufgrund der terroristischen Bedrohung sehr angespannt und wird es über Jahre bleiben», sagte BKA-Präsident Holger Münch der «Bild am Sonntag. «Seit 2013 haben sich die Gefährdungshinweise deutlich erhöht. Im vergangenen Jahr hatten wir dreieinhalbmal so viele Hinweise wie zwei Jahre zuvor.» Aktuell gebe es jedoch keinen Hinweis auf einen bevorstehenden Anschlag.

    Münch kritisierte die mangelnde Registrierung von Flüchtlingen: «Selbst bei denen, die wir erfassen, haben wir oft nur ein Lichtbild und Fingerabdrücke und wissen deshalb trotzdem nicht immer, wer sie wirklich sind oder welche Vorgeschichte sie haben. (...).»
  • Der IS hat in Ostsyrien ein Massaker angerichtet und mindestens 135 Menschen getötet. In einem Vorort der von den Dschihadisten eingeschlossenen und teils von Regierungstruppen kontrollierten Stadt Dair as-Saur seien 85 Zivilisten exekutiert worden, teilt die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. 

    Zudem seien bei Gefechten in der Enklave mindestens 50 Kämpfer des Regimes gestorben. Weitere 400 Personen wurden demnach vom IS entführt - ihr Schicksal blieb zunächst unbekannt. Bei den Gefechten starben den Menschenrechtlern zufolge auch 42 IS Kämpfer. Die syrische Staatsagentur Sana berichtete sogar von mehr als 300 getöteten Zivilisten. 

    Dair as-Saur und die gleichnamige syrische Provinz stehen mit Ausnahme einiger Gebiete unter Kontrolle des Islamischen Staates. Grafik: F. Bökelmann
  • Die Zahl der Festnahmen nach dem Anschlag auf deutsche Touristen in Istanbul hat sich laut einem Bericht auf 17 erhöht. Die Staatsanwaltschaft habe zudem Haftbefehle gegen 16 Verdächtige beantragt, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur AnadoluIhnen werde «Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung» vorgeworfen.
  • Die islamistische Terrormiliz Al-Shabaab spricht nach einem spektakulären Angriff auf kenianische Friedenstruppen in Somalia von etwa 100 getöteten Soldaten. Die Friedensmission der Afrikanischen Union und Kenias Präsident Uhuru Kenyatta haben den Angriff auf den Stützpunkt im südwestlichen Ort El-Ade vom Freitag bestätigt, nannten aber keine Opferzahl.
  • Die meisten Opfer des islamistischen Terroranschlags in Burkina Faso waren Ausländer. Mindestens 18 der 29 Todesopfer des Attentats in der Hauptstadt Ouagadougou stammten aus dem Ausland. Dies geht aus Angaben der Staatsanwaltschaft und Mitteilungen der Außenministerien der Herkunftsländer der Opfer hervor. Zu dem Anschlag vom Freitagabend hat sich die sunnitische Terrorgruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) bekannt.  Die Staatsanwaltschaft Ouagadougou teilt mit, sieben Opfer seien noch nicht identifiziert worden. Drei von ihnen seien weiß, vier schwarzer Hautfarbe. Den Angaben zufolge waren unter den Opfern auch drei Ukrainer und ein Libyer. 

    Spuren des Terrors. Foto: Woute Elsen, epa/dpa
  • Marokkanische Sicherheitskräfte haben einen Belgier festgenommen, der eine direkte Verbindung zu den Attentätern der Pariser Terroranschläge gehabt haben soll. Der Mann mit marokkanischen Wurzeln habe in Kontakt mit dem flüchtigen Terrorverdächtigen Salah Abdeslam gestanden, erklärte das Innenministerium in Rabat. Demnach kämpfte er früher in den Reihen des syrischen Ablegers des Terrornetzwerks Al-Kaida. Später sei er zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gewechselt. Über die Türkei, Deutschland, Belgien und die Niederlande sei er nach Marokko gekommen. Einzelheiten zur Identität nannte das Ministerium nicht. 
  • Die EU-Kommission will für den Kampf gegen den internationalen Terrorismus einen besseren Informationsaustausch über Straftaten von Bürgern aus Drittstaaten ermöglichen. Dazu sollen künftig auch die Straftaten und Fingerabdrücke von Nicht-EU-Bürgern in das Europäische Strafregisterinformationssystem (Ecris) eingespeist werden, berichtet die «Welt» unter Berufung auf informierte Kreise der EU-Kommission. Die einzelnen Justizbehörden könnten die Daten dann zentral aus Ecris abrufen. Bisher wurden in der Ecris-Plattform zum Austausch von Informationen aus den nationalen Strafregistern nur EU-Bürger erfasst. Die EU-Kommission wolle ihre Pläne bereits heute vorlegen.
  • Bei heftigen Kämpfen zwischen dem syrischen Regime und Anhängern der IS-Terrormiliz im Osten des Landes sind nach Angaben von Aktivisten innerhalb von zwei Tagen fast 200 Menschen getötet worden. Allein aufseiten der Armee und ihrer Verbündeten starben nahe der IS-Hochburg Dair as-Saur 120 Mann, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärt. 40 von ihnen seien von IS-Anhängern exekutiert worden. Zudem seien 70 Dschihadisten umgekommen, darunter mindestens 28 Selbstmordattentäter, berichten die Menschenrechtler weiter. Demnach gab es auch Dutzende Verletzte. Die Kämpfe gingen weiter.
  • Nach den blutigen Terroranschlägen in Indonesien will das Nachbarland Malaysia Touristengebiete und öffentliche Plätze stärker von Militär und Polizei überwachen lassen. Die Sicherheitsvorkehrungen werden wegen einer Bedrohung durch Terrorismus verschärft, wie Regierungschef Najib Razak nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats mitteilt. Seit den Anschlägen im indonesischen Jakarta sind Malaysias Sicherheitsbehörden in höchster Alarmbereitschaft. Es hatte Warnungen vor Anschlägen auf bei Touristen beliebten Orten in der Hauptstadt Kuala Lumpur gegeben.

    Malaysias Regierungschef Najib Razak. Foto: Ahmad Yusni, epa/dpa/Archiv
  • Die Festnahme eines niederländischen Kämpfers gegen den IS löst in den Niederlanden große Empörung aus. Rund 60.000 Bürger unterzeichneten bisher eine online Petition gegen die strafrechtliche Verfolgung des Mannes. Dem 47-Jährigen Jitse Akse droht eine Anklage wegen Mordes, nachdem er auf Facebook über seine Teilnahme am Kampf gegen IS in Syrien berichtet hatte. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll sich der Mann der kurdischen Volksmiliz YPG angeschlossen haben. Er wurde inzwischen vorläufig freigelassen, musste allerdings seinen Reisepass abgeben. Ob es tatsächlich zu einem Strafverfahren kommt, ist noch unklar. Der Kampf gegen IS «auf eigene Faust» kann nach Angaben der Staatsanwaltschaft strafbar sein.
  • Seit Anfang 2014 sind nach Angaben der Vereinten Nationen im Irak-Konflikt mindestens 18.800 Zivilisten getötet worden. Ein vom UN-Hochkommissar für Menschenrechte in Genf und der UN-Unterstützungsmission für den Irak veröffentlichten Bericht macht die Extremisten der IS-Terrormiliz für viele der Tötungen verantwortlich36.200 Zivilisten wurden in diesem Zeitraum verletzt, heißt es in dem Bericht weiter. Zudem waren zwischen Januar 2014 und Oktober 2015 mehr als 3,2 Millionen Menschen in ihrem eigenen Land auf der Flucht. Die sunntischen Dschihadisten hätten auch Hunderte Kinder entführt und missbrauchten Frauen und Kinder als Sexsklaven.

    Die Extremisten des IS verbreiten systematisch Terror im Irak. Foto aus einem Video vom Islamischen Staat.
  • Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes, Gerhard Schindler, hat sich pessimistisch zu den Erfolgsaussichten von Militärschlägen gegen die IS-Terrormiliz geäußert. «Den Islamischen Staat kann man bekämpfen, den kann man bombardieren, aber sie werden ihn nicht eliminieren», sagte Schindler in Magdeburg. Je mehr die Terrormiliz in ihrer Existenz bedroht werde, desto mehr werde sie sich wehren, indem sie Anschläge in den beteiligten Staaten verübe.
  • Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestages, Wolfgang Hellmich, ist nach eigenen Angaben von den «Tornado»-Problemen in Syrien überrascht worden. Der SPD-Politiker sagte MDR Info, er habe davon aus den Medien erfahren. Er hoffe, dass die Schwierigkeiten vorher noch nicht bekanntgewesen seien. Der Ausschuss werde in seiner nächsten Sitzung Auskunft vom Verteidigungsministerium verlangen. Das Ministerium hatte bestätigt, dass die Bundeswehr-Maschinen bei ihrer Aufklärungsmission gegen IS-die Terrormiliz in Syrien nur tagsüber fliegen können. Grund ist, dass die Piloten im Dunkeln von der Cockpit-Beleuchtung geblendet werden.

    Die Bundeswehr beteiligt sich Anfang des Jahres mit Aufklärungsflügen über Syrien und dem Irak am Kampf gegen die IS-Terrormiliz. Foto: Harald Tittel, dpa/Archiv
  • In ihrer neuesten Ausgabe des Online-Propaganda-Magazin «Dabik», zeigt die IS-Terrormiliz Fotos von neun Männern, die am 13. November die Terrorserie in Paris verübt haben sollen. In einem Tweet ordnet der französische Terrorismus-Experte Jean-Charles Brisrad den sunnitischen Dschihadisten die echten Namen zu. Sieben der Terroristen starben, zwei sind noch auf der Flucht: Salah Abdeslam, der Bruder eines der Selbstmordattentäter, sowie Mohamed Abrini.


  • von Jan Bülck, dpa via dpa bearbeitet von Desk 1/20/2016 7:05:35 AM
    • UPDATE
    Die Terrormiliz Islamischer Staat hat den Tod des aus Enthauptungsvideos berüchtigten Mörders «Dschihadi John» bestätigt. Eine Drohne habe Mitte November in der ostsyrischen Stadt Al-Rakka ein Auto getroffen und ihn getötet, heißt es in einer im Internet verbreiteten Ausgabe des Propagandamagazins «Dabiq». Ein Sprecher des US-Pentagons hatte damals nach dem Angriff erklärt, «Dschihadi John» sei so gut wie sicher tot. Eine letzte Bestätigung fehle jedoch noch. Der aus Kuwait stammende Extremist mit bürgerlichem Namen Mohammed Emwasi war in mehreren Enthauptungsvideos aufgetaucht. 

    Foto: Islamischer Staat/dpa/Archiv 
  • Aktivisten zufolge hat die IS-Terrormiliz einen Großteil der etwa 400 am vergangenen Sonntag in Ostsyrien entführten Zivilisten überraschend wieder freigelassen. 270 Menschen, darunter vor allem Frauen, Kinder und Ältere, seien wieder in Freiheit, teilt die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die restlichen Verschleppten jedoch seien weiterhin in der Gewalt der sunnitischen Dschihadisten. Ob noch Frauen unter den Gefangenen sind, war zunächst unklar.
    • UPDATE
    Die Verteidigungsminister wichtiger westlicher Verbündeter im Kampf gegen die IS-Terrororganisation beraten in Paris über die künftige Strategie der US-geführten Koalition. Dazu kamen die Verteidigungsminister Frankreichs und der USA, Jean-Yves Le Drian und Ashton Carter, mit ihren Amtskollegen Ursula von der Leyen (Deutschland), Marise Payne (Australien), Roberta Pinotti (Italien), Jeanine Hennis-Plasschaert (Niederlande) und Michael Fallon (Großbritannien) zusammen. 

    Nach den jüngsten militärischen Erfolgen gegen die IS-Miliz will die Militärkoalition die Extremisten weiter in die Enge treiben. «Wir haben Fortschritte gemacht, der IS ist nun in der Defensive», sagt Fallon vor der Konferenz. Ziel sei es, «eine vernünftige Balance zu finden zwischen der Unterstützung von irakischen und kurdischen Bodentruppen bei den täglichen Operationen und den Angriffen auf die vom IS genutzte Infrastruktur wie Straßen, Ölverbindungen, Depots, Logistik oder Kommandozentralen».
  • Luftangriffe auf die IS-Terrormiliz und die Schließung der türkisch-syrischen Grenze setzen die Extremisten nach Einschätzung von Aktivisten finanziell unter Druck. Der IS habe angeordnet, die Gehälter aller seiner Kämpfer um die Hälfte zu kürzen, erklärt die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. In einer IS-Mitteilung heißt es, Grund dafür seien «außergewöhnliche Umstände»

    Die Maßnahme sei eine Folge der Grenzschließung sowie der Luftangriffe auf IS-Ölfelder und die dazugehörigen Transportwege, sagt der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdelrahman. Die Terrormiliz finanziert sich nach Einschätzung von Experten zu einem Großteil aus dem Verkauf von Erdöl, unter anderem in die Türkei. Syrische IS-Kämpfer erhalten laut den Menschenrechtsbeobachtern nach der Kürzung monatlich noch rund 200 US-Dollar (gut 180 Euro), ausländische etwa 400 US-Dollar.
  • Gespräche in Paris:  Die USA und Frankreich wollen die Terrormiliz Islamischer Staat in allen Regionen bekämpfen. «Dieser Krieg wird im Irak, in Syrien, in Libyen, in der Sahel-Zone geführt, auch in unseren eigenen Ländern», sagte Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian am Mittwoch in Paris. Sein US-Amtskollegen nannte die IS-Miliz ein «Krebsgeschwür» im Nahen Osten mit Metastasen in anderen Regionen. 
  • Beim Informationsaustausch über sogenannte islamistische Gefährder in Europa gibt es nach Angaben der Bundesregierung Defizite. Das geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, wie die «Welt» berichtet. «Es gibt derzeit keine EU-einheitliche Definition des Begriffs "Gefährder"», zitiert das Blatt aus der Antwort des Ministeriums. Eine solche Definition wäre «grundsätzlich wünschenswert», dürfte jedoch «nicht ohne weiteres zu erzielen sein». Die Zahl der sogenannten Gefährder, denen die Sicherheitsbehörden einen Anschlag in Deutschland zutrauen, ist in den vergangenen Jahren in die Höhe geschnellt. Das Bundeskriminalamt zählte zuletzt fast 450 solcher Personen.
  • Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen hat in Frankfurt der Prozess gegen einen mutmaßlichen Islamisten aus Oberursel begonnen. Der 36-Jährige soll einen Terroranschlag auf eine Großveranstaltung geplant haben - möglicherweise auf das traditionelle Radrennen durch den Taunus am 1. Mai. Dieses war kurz vor dem Start vorsichtshalber abgesagt worden. Der Deutsche mit türkischen Wurzeln ist vor dem Landgericht wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat angeklagt. Gleich zu Beginn des Prozesses verhängte das Gericht ein Ordnungsgeld in Höhe von 200 Euro gegen den Angeklagten, da er sich nicht von seinem Platz erhoben hatte. Das Gericht hat 30 Verhandlungstage bis Mitte Juni angesetzt.

    Foto: Boris Roessler, dpa 
Gesponsert von ScribbleLive Content Marketing Software Platform