Terroranschlag auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo

Terroranschlag auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo

Bei einem Anschlag auf das islam-kritische französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft mindestens elf Menschen getötet worden. Verfolgen Sie die Entwicklungen hier in unserem Live-Ticker!

  • von dpa∙live Desk bearbeitet von Patrick T. Neumann, dpa 1/8/2015 3:29:16 PM
    Die italienische Regierung zieht nach dem Anschlag auf «Charlie Hebdo» erste Konsequenzen. Rom bereitet schärfere Anti-Terrorgesetze vor. So solle Terrorverdächtigen, die das Land verlassen möchten, der Pass entzogen werden können, sagt Innenminister Angelino Alfano in einem TV-Interview. Auch solle die Polizei mehr Rechte bekommen, Webseiten zu blockieren, die Terroristen für Propaganda nutzten. 

    Laut Alfano beobachten die Behörden 53 mutmaßliche ausländische Terrorkämpfer, die sich in Italien aufhielten oder durch das Land gereist seien. Die Sicherheitsmaßnahmen an einigen Flughäfen, Botschaften und Medienredaktionen sollen verschärft werden.

    «Niemand kann ausschließen, dass tragische Ereignisse auch in Italien passieren, aber wir tun alles, um das zu verhindern.» Foto: Bernd Von Jutrczenka, dpa
  • Das neue Parteilogo der FDP glänzt heute nicht in den neuen Farben: 
  • Frankreichs Polizei fahndet weiterhin mit tausenden Beamten und Spezialkräften in mehreren Städten nach den Tätern von Paris:

     Grafik: A: Brühl
  • von dpa∙live Desk bearbeitet von Patrick T. Neumann, dpa 1/8/2015 2:57:34 PM
    Auch er bekundet Solidarität: Der Schauspieler und gebürtige Franzose Gérard Depardieu:


  • Wo kam es seit 2001 zu Attentaten und Anschlagsversuchen in Europa?

    Grafik: A. Brühl 
  • Erste Fotos im Netz: Das Redaktionsbüro des Satiremagazins «Charlie Hebdo» einen Tag nach dem Blutbad:


  • Zum Fluchtauto der Hauptverdächtigen Brüder Chérif und Said K.: Die Polizei hat in dem am gestrigen Mittwoch stehengelassenen Wagen in Paris Molotowcocktails und islamistische Flaggen gefunden. Es gehe um etwa zehn Brandsätze und Fahnen, mit denen zum Heiligen Krieg aufgerufen werde, zitiert die französische Nachrichtenagentur AFP eine Quelle, die mit der Untersuchung vertraut ist. Das zeige, wie radikalisiert die Terroristen seien und dass sie möglicherweise weitere Taten geplant hätten.
  • von dpa∙live Desk bearbeitet von Arrien Pauls, dpa 1/8/2015 1:57:08 PM

    Als Reaktion auf den blutigen Terroranschlag in Paris ordnet Bundesinnenminister Thomas de Maizière bis Samstag bundesweite Trauerbeflaggung an. Dies gilt unter anderem für das Bundeskanzleramt und sowie allen Bundesbehörden und anderen öffentlichen Gebäuden.



    Flaggen vor der deutschen Botschaft in Paris auf Halbmast. Foto: Fredrik von Erichsen, dpa
  • Bundeskanzlerin Merkel sieht für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland über die Religionsgrenzen hinweg auch nach dem Terroranschlag von Paris keine Gefahr. «Wir haben mit der überübergroßen Mehrheit der Muslime in Deutschland ein sehr gutes Verhältnis», so die CDU-Politikerin. Audio: dpa

  • Die Polizei durchkämmt auf der Suche nach den flüchtigen Attentätern von Paris die Region um den nordfranzösischen Ort Villers-Cotterêt. Einsatzkräfte durchsuchten zurzeit die Gegend, in der die beiden Terroristen ihr Fluchtauto stehengelassen haben sollen, heißt es laut Polizei. Auch zwei Hubschrauber sollen im Einsatz sein.


  • Der selbst vielfach angefeindete Satiriker Klaus Staeck appelliert an Künstler und Journalisten, sich nicht von Terroraktionen einschüchtern zu lassen:

    Wir dürfen jetzt keinen Millimeter zurückweichen. Das wäre eine abschüssige Bahn, bei der am Ende die Meinungsfreiheit auf der Strecke bleibt. (...Angesichts der neuen Qualität der Gewalt ist die Gefahr von Selbstzensur jetzt besonders groß.


  • Für all jene, die erst zu unserem Live-Ticker hinzustoßen: Eine kleine Bilanz - was seit der Nacht bisher geschah

    • Die französische Polizei hat sieben Menschen in Gewahrsam genommen.

    • Die als Haupttäter verdächtigten Brüder Chérif und Said K. sind noch immer auf der Flucht. Sie sollen an einer Tankstelle im Norden Frankreichs gesichtet worden sein. Angeblich sollen sie schwer bewaffnet sein. 

    • Ein gesuchter 18 Jahre alter Schwager der beiden Brüder hat sich der Polizei gestellt. Er beteuert seine Unschuld. 

    • In Frankreich gilt immer noch die höchste Sicherheitsstufe. «Wir treffen hundertprozentig Vorsichtsmaßnahmen, ein Null-Risiko gibt es aber nicht», so Innenminister Cazeneuve. 

    • Bei einer Schießerei im Süden von Paris ist eine Polizistin getötet worden, ein Polizist wurde verletzt. Ein Unbekannter eröffnete das Feuer und flüchtete. Ob der Vorfall im Zusammenhang mit dem Anschlag auf «Charlie Hebdo» steht, ist weiter unklar.
  • von dpa∙live Desk bearbeitet von Patrick T. Neumann, dpa 1/8/2015 12:45:25 PM
    Der Bundesaußenminister in der Botschaft Frankreichs in Berlin:


  • Der Terroranschlag, der in Paris passiert ist, hätte überall in Europa passieren können. Wir dürfen keine Panik verbreiten. Das wollen die Terroristen, dass wir alle in Angst und Schrecken und in wilden Debatten übereinander herfallen.

    SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann warnt vor einer Debatte um neue Anti-Terror-Gesetze. 
  • Auch die Fluglotsen in Paris gedenken in ihren Piloteninfos der Opfer:


  • Albert Uderzo, einer der geistigen Schöpfer von Asterix und Obelix, widmet den Opfern von Paris eine ganz besondere Zeichnung: 


  • von dpa∙live Desk bearbeitet von Patrick T. Neumann, dpa 1/8/2015 12:25:31 PM
    Der Islam macht einer Studie zufolge immer mehr Menschen in Deutschland Angst. 57 Prozent empfinden ihn inzwischen laut einer Umfrage im Auftrag der Bertelsmann Stiftung als Bedrohung - im Jahr 2012 waren es 53 Prozent. 61 Prozent meinen, der Islam passe nicht in die westliche Welt (2012: 52 Prozent). Dabei fühlt sich ein Großteil der vier Millionen Muslime in Deutschland dem demokratischen Staat und der westlichen Gesellschaft eng verbunden, wie die Sonderauswertung «Islam» des Religionsmonitors der Stiftung ebenfalls zeigt.

    Grafik: C. Goldammer
  • Gibt es ein Verbot der bildlichen Darstellung des Propheten? Nach den Glaubensvorstellungen der Muslime sollen weder Gott noch Mohammed oder andere Propheten bildlich dargestellt werden. Das hängt mit dem Verbot der Anbetung von Götzen zusammen. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland leitet dies auf seinem Informationsportal «islam.de» aus dem wichtigsten Gebot des Islams her: «Es gibt keine Gottheit außer Gott.» 

    Ein ausdrückliches Bilderverbot enthält der Koran nicht, dennoch setzte es sich im Islam durch. Da nach traditioneller Auffassung Gott allein Schöpfer ist, verbietet sich jede Abbildung der Schöpfung. Konservativen Muslimen gelten Darstellungen Mohammeds als Beleidigung der Religion. Doch wurde das Bilderverbot in der Geschichte nicht von allen Muslimen so streng befolgt. So gibt es auch künstlerische Darstellungen des Propheten, die von Muslimen stammen. Für ironische oder gar negative Darstellungen ihres Religionsstifters hat die Mehrheit der Muslime aber kein Verständnis.  

  • von dpa∙live Desk bearbeitet von Patrick T. Neumann, dpa 1/8/2015 12:00:06 PM
    Nach Meinung der Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor, die auch Vorsitzende des Liberal-Islamischen Bunds in Köln ist, könnte sich hierzulande die Stimmung mit anti-islamischen Tendenzen weiter aufheizen. Diese barbarische Tat von Paris könne auch «Wasser auf die Mühlen der Scharfmacher auf beiden Seiten» in Deutschland sein, so die Religionspädagogin Kaddor. Auftrieb bekommen könnten islamische Fundamentalisten einerseits und Islamgegner wie die Pegida auf der anderen Seite. Sie halte es für gefährlich, dass die Anti-Islam-Bewegung Pegida Tausende für ihre Demos gewinnen könne, betont Kaddor. Viele Muslime in Deutschland seien innerlich zerrissen und frustriert.

    Foto: Fredrik von Erichsen, dpa/Archiv
  • von dpa∙live Desk bearbeitet von Patrick T. Neumann, dpa 1/8/2015 11:55:14 AM
    Wie steht es um die Sicherheitslage in Deutschland? Die Grünen fordern von der Bundesregierung und den Sicherheitsbehörden detaillierte Auskunft. «Wir brauchen endlich konkrete Hintergründe zur aktuellen Terrorgefahr in Deutschland», so die Grünen-Innenpolitikerin Irene Mihalic. 

    Die Abgeordnete beantragte, das Thema in der nächsten Sitzung des Bundestags-Innenausschusses am kommenden Mittwoch auf die Tagesordnung zu setzen. «Hierzu erwarten wir vom Innenminister und den Behörden eine klare Einschätzung, in die auch die Erkenntnisse aus den Bundesländern und dem internationalen Austausch einbezogen werden», so Mihalic.
      
    «Bisher sind uns die Informationen der Bundesebene viel zu unspezifisch.» Foto: Lukas Schulze, dpa/Archiv
  • von dpa∙live Desk bearbeitet von Patrick T. Neumann, dpa 1/8/2015 11:48:43 AM
    «Je suis Charlie»: Solidaritätsbekundung auch bei der SPD:

    Der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten, Thomas Oppermann, am Rande der Klausurtagung. Foto: Georg Ismar, dpa 
  • Nach Angaben aus Ermittlungskreisen sind die Männer mit einem grauen Kleinwagen unterwegs. Via Google Maps die Strecke, die die beiden Hauptverdächtigen vom Tatort Paris nach Villers-Cotterêt zurückgelegt haben sollen:


    Screenshot: Google Maps 

     

  • von dpa∙live Desk bearbeitet von Patrick T. Neumann, dpa 1/8/2015 11:34:15 AM
    Der Kolumnist des Satiremagazins, Patrick Pelloux, kündigt an, die nächste Ausgabe von «Charlie Hebdo» solle bereits in der kommenden Woche erscheinen.
  • von dpa∙live Desk bearbeitet von Patrick T. Neumann, dpa 1/8/2015 11:18:48 AM
    Erstes Bild von der Avia-Tankstelle auf der Autobahn RN2. Hier sollen die als Haupttäter verdächtigten Brüder Chérif und Said K. laut französischen Medien bei einem Überfall in Nordfrankreich erkannt worden sein. Ein Tankstellenbesitzer bei Villers-Cotterêt habe die maskierten und bewaffneten Männer eindeutig identifiziert, heißt es unter Berufung auf Ermittler.


  • von dpa∙live Desk bearbeitet von Patrick T. Neumann, dpa 1/8/2015 11:10:28 AM
    Die Chefin der rechtsextremen Front National (FN), Marine Le Pen, bringt erneut ein Referendum über die Todesstrafe ins Gespräch. Sie wolle eine Abstimmung über die Wiedereinführung der Todesstrafe vorschlagen, sollte sie 2017 zur Staatspräsidentin gewählt werden, bekräftigt Le Pen im Sender «France 2». Die Franzosen sollten die Möglichkeit haben, darüber zu entscheiden. Sie persönlich halte es dabei für notwendig, dass die Todesstrafe für die abscheulichsten Verbrechen zum «juristischen Arsenal» gehören sollte, so Le Pen.

    Foto: Str/EPA/dpa/Archiv
  • von dpa∙live Desk bearbeitet von Patrick T. Neumann, dpa 1/8/2015 10:51:48 AM
    Wer sind die beiden Hauptverdächtigen von Paris? 

    Chérif K. (32)Der jüngere der beiden Brüder hat nach Berichten französischer Medien bereits ein Vorleben als Islamist. Er wurde 1982 in Paris geboren. Er soll Teil einer nach dem städtischen Park «Buttes-Chaumont» genannten Verbindung um den radikalen islamischen Prediger Farid Benyettou gewesen sein, die in Frankreich Dschihadisten für den Kampf im Irak angeheuert haben soll. Kurz bevor der damals 22 Jahre alte Hilfsarbeiter sich via Syrien in den Irak absetzen konnte, um dort als Dschihadist gegen die US-Truppen zu kämpfen., wurde er verhaftet. 2008 wurde er zu drei Jahren Haft verurteilt, von denen 18 Monate zur Bewährung ausgesetzt wurden. 

    Zwei Jahre später wurde sein Name im Zusammenhang mit einem Befreiungsversuch eines inhaftierten Mitglieds einer islamistischen Gruppe genannt. Den Recherchen zufolge bestand Cherif K.s Vorbereitung auf seine geplante Reise in den Irak damals aus Jogging-Runden, die er in einem Pariser Park drehte und einer kurzen Einweisung an automatischen Waffen durch einen obskuren Waffenspezialisten.

    Said K. (34) - Auch der ältere Bruder ist als französischer Staatsbürger im zehnten Arrondissement von Paris geboren. Im Zusammenhang mit den Aktivitäten seines jüngeren Bruders soll auch Said K. 2010 im Visier der Ermittler gewesen sein. Dabei sollen sich keine Erkenntnisse ergeben haben.
     
    Chérif und Said K. Foto: French Police


  • Die beiden Tatverdächtigen des Pariser Anschlags sind angeblich am Donnerstag in Nordfrankreich gesehen worden. Ein Tankstellenbesitzer bei dem Ort Villers-Cotterêt habe die maskierten und bewaffneten Männer eindeutig erkannt, wie französische Medien berichten.


  • von dpa∙live Desk bearbeitet von Patrick T. Neumann, dpa 1/8/2015 10:35:13 AM
    Nach dem Anschlag auf das religionskritische Satiremagazin ist auf zwei muslimische Einrichtungen in Frankreich geschossen worden. Die Vorfälle ereigneten sich gestern Abend in der Stadt Le Mans und in der Aude-Region. Verletzt wurdei niemand, wie die Staatsanwaltschaften mitteilt. Derweil sind die Imame aller Moscheen des Landes aufgerufen, die Gewalt während des Freitagsgebets zu verurteilen. Der Dachverband der französischen Muslime forderte alle Gläubigen auf, sich an einer nationalen Kundgebung gegen die Gewalt am Sonntag zu beteiligen.
  • Freiheit und Rechtsstaatlichkeit werden wir uns von Terroristen nicht nehmen lassen. Terroristischer Bedrohung werden wir entschieden, aber mit Besonnenheit und Augenmaß begegnen.

    Bundesjustizminister Heiko Maas nach dem Terroranschlag auf «Charlie Hebdo».
  • Der Pariser-Anschlag findet unter radikalen Muslimen im Internet großen Beifall. Auf Twtiter wurden die Attentäter als Helden gefeiert. «Möge Allah unsere französischen Brüder belohnen», schreibt ein Nutzer mit dem Namen «Abu Dujana». Es kursiert auch ein Youtube-Film, in dem Bilder von der Bluttat mit religiösen Sprechgesängen unterlegt sind. Dschihadisten benutzen diese Art von Musik üblicherweise für ihre Terrorvideos. Das Video trägt den Titel «Oh, einsamer Wolf, zögere nicht» - was als Aufforderung an Nachahmungstäter zu verstehen ist. Neben dem Titel steht der Name der IS-Terrormiliz.

    In den sozialen Medien war häufig zu lesen, der Anschlag von Paris sei erst der Anfang - eine typische Drohung von Terrorgruppen wie dem IS oder Al-Kaida. «Oh Kreuzfahrer! Das ist erst der Beginn eines langen Krieges», twittert ein offensichtlicher Unterstützer extremistischer Gruppen. Ein anderer schrieb: «Stoppt zuerst die Luftangriffe auf Muslime. Das Schlimmste kommt noch.» 
  • von dpa∙live Desk bearbeitet von Patrick T. Neumann, dpa 1/8/2015 10:08:55 AM
    Der Papst hat auf Twitter einen eigenen Hashtag für die «Charlie Hebdo»-Opfer geschaffen. Franziskus veröffentlichte in dem sozialen Netzwerk das Zeichen #PrayersforParis (Beten für Paris), unter dem Kommentare zu dem Anschlag einlaufen. Zudem betete er in einer Messe am Morgen für die Opfer.

    «Das gestrige Attentat in Paris veranlasst uns dazu, über die Grausamkeit nachzudenken, die menschliche Grausamkeit», so der Papst in dem Gottesdienst in seinem Gästehaus Santa Marta in Rom. Foto: Ettore Ferrari, EPA/dpa/Archiv
  • von dpa∙live Desk bearbeitet von Patrick T. Neumann, dpa 1/8/2015 10:06:48 AM
    Bei der Schießerei im Süden von Paris ist eine Polizistin tödlich verletzt worden. Die Beamtin starb wenige Stunden nach dem Vorfall, wie Justizkreise berichten. Ein zweiter Polizist war verletzt worden. Ein Unbekannter hatte auf die Beamten das Feuer eröffnet. Der Tatverdächtige ist auf der Flucht. Ob der Vorfall im Zusammenhang mit dem «Charlie Hebdo»-Anschlag steht, ist weiterhin unklar.
  • von dpa∙live Desk bearbeitet von Patrick T. Neumann, dpa 1/8/2015 9:59:17 AM
    Der AfD-Bundesvorsitzende Bernd Lucke warnt vor Pauschalverurteilungen. Er ruft zu «Besonnenheit» auf: «Man darf nicht die Gewalttat zweier Extremisten einer ganzen Religionsgemeinschaft anlasten, deren Großteil aus friedliebenden, unbescholtenen Menschen besteht.» 

    Foto: Rainer Jensen, dpa/Archiv
  • SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann geht mit AfD-Politiker Alexander Gauland hart ins Gericht. Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Alternative für Deutschland hatte die Attacke auf das Magazin «Charlie Hebdo» als Rechtfertigung für die Anti-Islam-Bewegung Pegida interpretiert.«Was Herr Gauland da macht, ist eine ganz üble Demagogie», so Oppermann im ZDF-«Morgenmagazin». Laut Oppermann vermische Gauland die Einwanderung friedlicher Muslime mit den Taten von Killern, die mit dem Islam nichts zu tun hätten - das sei demagogisch.

  • Der Deutsche Journalisten-Verband ruft alle Journalisten zu einer Schweigeminute um 11.00 Uhr auf. Damit soll der zehn ermordeten «Charlie Hebdo»-Redakteure und der zwei getöteten Polizisten gedacht werden. «Dieses stille Gedenken ist die letzte Ehre, die wir den ermordeten Kollegen erweisen können», so DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. «Wir sind entsetzt und bestürzt über das gestrige Massaker in Paris.»
  • von dpa∙live Desk bearbeitet von Patrick T. Neumann, dpa 1/8/2015 9:26:34 AM
    Foto: Yoan Valat, EPA/dpa
    Die beiden gesuchten Tatverdächtigen des Anschlags auf «Charlie Hebdo» sind nach Angaben des Pariser Innenministers Bernard Cazeneuve überwacht worden. Dabei habe es allerdings keinerlei Hinweise auf einen bevorstehenden Terrorakt gegeben, gegen die Männer habe es auch kein juristisches Verfahren gegeben, so Cazeneuve zum Sender Europe 1. «Wir treffen hundertprozentig Vorsichtsmaßnahmen, ein Null-Risiko gibt es aber nicht», erklärt Cazeneuve. Die derzeitige Risikolage könne auch zu anderen Gewalttaten führen, warnt der Innenminister.
  • In einem Restaurant nahe einer Moschee von Villefranche-sur-Saône ist es zu einer Explosion gekommen. Verletzt wurde bei dem Vorfall nach Angaben aus Justizkreisen niemand. Ob die Explosion im Zusammenhang mit dem gestrigen Attentat auf «Charlie Hebdo» steht, ist zunächst unklar.


  • Frankreichs Präsident François Hollande hat in den Morgenstunden eine Sondersitzung des Kabinetts einberufen. Zur Stunde trifft er sich mit führenden Oppositionspolitikern, darunter mit dem UMP-Chef und Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy.

  • von dpa∙live Desk bearbeitet von Patrick T. Neumann, dpa 1/8/2015 8:48:42 AM
    CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach fordert mehr Zurückhaltung bei der Kritik an Sicherheitsmaßnahmen in Deutschland. «Ein wichtiges Ziel wäre es schon, wenn wir endlich einmal damit aufhören würden, neue Maßnahmen zur Sicherheit, zur Gefahrenabwehr, ständig zu kritisieren, als islamophob, als übertriebene Maßnahme», so Bosbach im Inforadio des Rundfunks Berlin-Brandenburg. Man müsse daran denken, dass in Deutschland mehrere Anschläge wegen ungeschickter Täter fehlgeschlagen seien. 

    Wolfgang Bosbach: «Wir hatten in den letzten Jahren auch Glück.» Foto: Britta Pedersen, dpa/Archiv
  • Eine Passantin gedenkt vor der französischen Botschaft am Pariser Platz in Berlin der Opfer des Anschlags. 

    Foto: Kay Nietfeld, dpa
  • von dpa∙live Desk bearbeitet von Patrick T. Neumann, dpa 1/8/2015 8:13:06 AM
    Der ist das Stand der Dinge: 

    Was ist bekannt?

    • Zwölf Menschen wurden getötet, vier Schwerverletzte schweben in Lebensgefahr.
    • Gesucht werden die Brüder Said (34) und Chérif K. (32). Beide sind polizeibekannt. 
    • Ein dritter Tatverdächtiger hat sich gestellt. Er beteuert seine Unschuld.
    • Im Auto sollen Ausweispapiere gefunden worden sein.
    • Mehrere Menschen wurden festgenommen.
    • In Frankreich herrscht noch immer die höchste Sicherheitsstufe.
    • Heute ist nationaler Trauertag in Frankreich.

     Was ist nicht bekannt?

    • Bisher ist nicht bekannt,ob die schwer bewaffneten Täter auf eigene Faust gehandelt haben.
    • Noch ist nicht die Identität aller Opfer bestätigt.
    • Ungeklärt ist, ob der Zeitpunkt des Anschlags bewusst gewählt wurde.
  • von dpa∙live Desk bearbeitet von Patrick T. Neumann, dpa 1/8/2015 8:05:14 AM
    Der französische Botschafter in Deutschland, Philippe Etienne, unterstreicht die Bedeutung der Anteilnahme in der Bundesrepublik.«Diese Reaktionen sind sehr, sehr wichtig. Wir sind sehr, sehr dankbar für die Solidarität», so Etienne im Deutschlandfunk. Vor allem spüre er dabei den Willen, die Pressefreiheit zu verteidigen.
  • von dpa∙live Desk bearbeitet von Patrick T. Neumann, dpa 1/8/2015 8:00:26 AM
    Gibt es einen Zusammenhang mit dem Anschlag auf das Satiremagazin? Bei einer Schießerei im Süden von Paris sind zwei Polizisten verletzt worden. Auf die Beamten wurde von einem Unbekannten das Feuer eröffnet, wird aus Polizeikreisen mitgeteilt. Ein Verdächtiger wurde festgenommen.


  • von Dirk Wittenberg, dpa bearbeitet von dpa∙live Desk 1/8/2015 7:44:33 AM
    Auch am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg ist am Laufband die Solidaritätsbekundung zu lesen.

    Foto: Jirka Albig, dpa
  • Fußgänger in Berlin mit der Solidaritätsbekundung «Je suis Charlie» auf seinem Rucksack.

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